Interview mit Herrn Z. aus U.

Herr Z. ist 54 Jahre alt und arbeitet in einem Bankinstitut in der Schweiz. Es folgen seine Eindrücke und Erfahrungen im WWW.

Wissen Sie noch, wann Sie angefangen haben das Internet zu nutzen?

„Nein, nicht konkret. Da ich auf einem Bankinstitut arbeite, wurde ich zwangsläufig mit diesem Medium konfrontiert. Ich denke, es war so 1993/94 als ich die ersten Gehversuche unternahm.“

Wie standen Sie zu dieser neuen Technologie?

„Meine Jugend verbrachte ich ohne jegliche Kommunikationsmittel ausser dem „Schnurtelefon“. Inzwischen glaube ich, verstanden zu haben, dass jede neue Technologie auch Vorteile mit sich bringt. Mit der ganzen Welt verbunden zu sein war jedoch eine andere Dimension und ich neigte zu einer gewissen Vorsicht. Durch die rasante Entwicklung legte ich mir eine gewisse Strategie zu. Die Technologie, welche ich selber nutze, will ich verstehen und das gibt Sicherheit. Damit habe ich immer die Wahl, ob ich zuwarten will oder dann gleich zu einem Quantensprung ansetze.“

Kamen Sie in Ihrem Beruf mit dem Internet in Kontakt oder aus eigenem Interesse?

„Bei mir ist es ganz klar, dass ich über meinen Beruf gefordert bin, Schritt zu halten. Das war beim Internet nicht anders. Dort ist zwingend zu wissen, welche Plattformen aktuell sind, wie wir diese nutzen dürfen und wo die roten Lampen leuchten.“

Welche Angebote nutzen Sie im Internet am häufigsten?

„Mich interessieren vor allem Internet-Auftritte von Firmen jeglicher Art, weil diese zu meinem Beruf gehören. Im Privatbereich sind es die untenstehenden Plattformen, welche ich nutze. Vielfach ist es auch ein Print-Inserat, welches mich bewegt auf die Internet-Seite des Anbieters zu gehen.“

Gibt es etwas worüber Sie sich oft ärgern?

„Ich ärgere mich, dass ich keinen Einfluss nehmen kann, wenn ein Virus meinen PC erfasst. Bis jetzt ist es zum Glück nur einmal vorgekommen. Vielleicht liegt es daran, dass wir vom Arbeitgeber her über aktuelle Warnungen umgehend informiert werden und ich diese ernst nehme.“

Fühlen Sie sich im Internet sicher?

„Ja, aber ich lösche täglich den Browser-Verlauf. Mein Internet ist nur offen, solange ich selber drin bin. Ich nutze auch das E-Banking. Kein Problem!“

Welche Internetseiten würden Sie empfehlen?

www.bluewin.ch                   für E-Mail-Vekehr

www.wikipedia.org              für Wissen

www.webtravel.ch               für Reisen

www.zefix.ch                        für Handelsregisterauszüge

www.doodle.ch                    für Terminvereinbarungen

www.search.ch                     für Telefonnummern, Routenplanung etc.

www.ur.ch                            für kantonale Auskünfte

www.youtube.ch                  für musikalische Ideen

Advertisements
Veröffentlicht unter Interview | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen

seniorbook.de

Video | Veröffentlicht am von | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen

Seniorbook als Antwort auf Facebook

„Der Facebook-Killer für Silver Surfer“ titelte Focus Online im September 2012 den Start des neuen Sozialen Netzwerkes, das sich an über 45-jährige Nutzer richtet. Die neue Plattform www.seniorbook.de bietet ausser der Möglichkeit zur Vernetzung auch Themenwelten, lokale News und Bürgerhilfe.

Themenwelten bedeutet, dass Nutzer (oder wahrscheinlich vor allem die Redaktion von seniorbook) Beiträge zu verschiedenen Themen verfassen, um so Nutzer mit gemeinsamen Interessen zusammen zu führen. Beim Bereich Bürgerhilfe handelt es sich um einen Online-Martkplatz für bürgerliches Engagement, d. h. User oder Organisationen können Hilfsprojekte anlegen und finden so Mithelfer, die sich gerne engagieren möchten.

Seniorbook richtet sich aber laut den Gründern nicht ausschliesslich an Senioren. Sie ziehen bewusst keine Altersgrenze und richten sich allgemein an Menschen mit „Lebenserfahrung, Wissen sowie die Bereitschaft für gesellschaftliches Engagement“.

Auch das Presseportal von „news aktuell“ schreibt in einem Artikel, dass seniorbook.de als Kernanliegen hat, „eine Kultur der Wertschätzung und Anerkennung für die Lebensleistung der Menschen zu stärken“ und so ein „zeitgemässes, zukunftsweisendes Bild vom Älterwerden“ zu fördern.

Die Vision der seniorbook-Gründer ist also grösser und ganzheitlicher zu verstehen, indem sie ihre Plattform als Reaktion auf den demografischen Wandel in Deutschland (und wohl in ganz Europa) sieht. Weil der Bevölkerungsanteil der älteren Personen schon jetzt höher ist und wahrscheinlich noch zunehmen wird, will seniorbook.de das (freiwillige) Engagement und die allgemeine Vernetzung unter den Bürgern fördern, „ein besseres Miteinander“ schaffen und so ein Stück weit auch der Anonymität entgegen wirken.

Veröffentlicht unter Gesellschaft, Verhalten | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

Partnersuche im Netz

Zu Zeiten meiner Grosseltern hat man sich irgendwo auf einem öffentlichen Anlass oder weil man sowieso in der gleichen Gemeinde wohnte gefunden, kennengelernt, bald geheiratet und der Nachwuchs liess auch nicht lange auf sich warten. Die Eheleute blieben bis zu ihrem Tode zusammen, wie sie es in der Kirche versprochen hatten. Doch die Zeiten haben sich geändert. Heute wird eine Ehe oder eine Partnerschaft nicht auf biegen und brechen weiter geführt. Vielleicht auch, weil viele Frauen heutzutage nicht mehr finanziell Abhängig sind und ihr Geld selber verdienen. Somit orientieren sich viele Personen über 50 Jahre neu. Auch auf Beziehungsebene. Dabei bietet das Internet viele verschiedene Plattformen die gezielt auf Partnersuche für Personen 50 Plus ausgerichtet sind und rege genutzt werden.

Auf seniorenweb.ch ist neben vielen weiteren Angeboten auch eine detaillierte Auswahl an Partnerbörsen speziell für Silver Surfer zu finden. Meist steht aber nicht nur die Partnersuche im Vordergrund sondern auch die Möglichkeit neue Bekanntschaften zu schliessen und sich über verschiedenste Themen auszutauschen. Gelockt wird mit kostenlosen Anmeldungen oder den vielen Mitgliedern die bei den jeweiligen Diensten bereits angemeldet sind. Und die hohe Anzahl an angemeldeten Personen wundert nicht. Laut Bundesamt für Statistik (bfs)  bildet die Altersgruppe der 40-64 Jährigen mit über 35% den grössten Anteil an der schweizerischen Bevölkerung. Rechnet man die Personen ab 65 Jahren noch dazu ergibt sich einen Bevölkerungsanteil von über 52%.

Da es sehr viele Angebote für Partnersuchende im Netz gibt liegt die Vermutung nahe, dass nicht alle Anbieter seriös arbeiten. Einen Versuch die Spreu vom Weizen zu trennen hat singleboersen-vergleich.ch unternommen. Auf dieser Seite werden nicht nur Partnerbörsen miteinander verglichen sonder zum Beispiel auch Anbieter von Kontaktanzeigen oder Seitensprung-Portale. Jeweils drei Testsieger werden erkoren und ausführlicher erläutert. Sicherlich eine gute Idee und wohl auch für den Einen oder die Andere hilfreich.

Veröffentlicht unter Verhalten | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen

Interview mit Frau S. aus L.

Frau S. aus L. ist 56 Jahre alt und arbeitet in einer Universitätsbibliothek in der Schweiz. Hier ihr schriftliches Statement als Silver Surferin.

Wissen Sie noch, wann Sie angefangen haben das Internet zu nutzen?

„Ende der 1980iger Jahre habe ich in der damaligen Berner Institutsbibliothek das Internet erstmals kennengelernt und benutzt. Aber ich kann mich nicht mehr erinnern, was ich damals genutzt habe, jedenfalls nur im Bibliotheksumfeld.“

Wie standen Sie zu dieser neuen Technologie und wie kamen sie damit in Kontakt (beruflich, privat)?

„Sie war mir und den meisten anderen Bekannten noch gar nicht sehr bekannt und wurde vorerst überhaupt nicht als etwas besonders Nachhaltiges betrachtet. Das Internet war einfach ein neues Mittel zum Zweck und das in elektronischer Form. Die wenigsten Personen in meinem Umfeld hatten Zugriff oder nähere Kenntnisse dazu. Ich habe das Internet ausschliesslich am Arbeitsplatz genutzt, denn in diesen Jahren hatten erst sehr wenige Leute in meinem Umfeld einen privaten PC bei sich zu Hause. Ich habe in den ersten Jahren wenig damit gearbeitet, soweit ich mich erinnere. Die Möglichkeiten online waren auch noch nicht so kommerziell und anwenderfreundlich aufgemacht, sondern eher etwas für Spezialisten. Fachliches Recherchieren im Netz war viel komplizierter als heute im Zeitalter von Google. Man musste sich erst einmal fundiertes Spezialwissen aneignen und Datenbankkurse in den jeweiligen Fächern besuchen, damit man überhaupt zu sinnvollen Ergebnissen, wie zum Beispiel Literaturlisten zu einen Thema kommen konnte. Und diese Datenbanken waren teuer. Solche Dienstleistungen wurden hauptsächlich von Dienstleistern mit studiertem Fachpersonal (zum Beispiel DOKDI für Medizinische Recherchen) angeboten und waren ziemlich kostspielig.“

Welche Angebote nutzen Sie im Internet am häufigsten?

„Da ich mit einem Vollpensum berufstätig bin, nutze ich täglich vor allem Angebote, die ich im Beruf in der Medienbearbeitung einer IDS-Uni-Bibliothek brauche, zum Beispiel KIDS online, LOCNA, DNB, KVK, Buchhandels- und Bibliothekskataloge weltweit, Google usw. Daneben benutze ich auch Angebote wie online Fahrpläne der SBB oder der VLB, Adress- und Telefonauskünfte, Öffnungszeiten erkunden, Ferieninformationen einholen, Bank- und Börsenkurse besichtigen, Wegbeschreibungen googeln, Wetterberichte, Kurznachrichten und informiere mich über alles, was mich aktuell gerade interessiert.“

Gibt es etwas worüber Sie sich oft ärgern?

„Ärgerlich finde ich beispielsweise alle Arten von Werbung oder Werbefenster (Cookies), die häufig in die Suchtexte „funken“. Das empfinde ich als sehr lästig und unerwünscht. Auch geht es oft so lange, bis die gewünschte Information sichtbar wird, das ist zwar wieder ein anderes Problem…“

Fühlen Sie sich im Internet sicher?

„Nein, denn die Missbräuche und kriminellen Handlungen im Internet nehmen immer mehr zu und das teilweise in erschreckendem Ausmass, das finde ich bedenklich. Es gibt zwar unendlich viele gute Informationsmöglichkeiten, aber keine wirkliche Sicherheit in diesem weltweit verbreiteten Netz. Dass sich zum Beispiel irgendwelche Kriminellen scheinbar beliebig in PCs einloggen und da herumspionieren können, bis hin zu schamlosen Erpressungen mit irgendwelchen gefälschten Angaben und Aussagen und dass diese Kriminellen sogar ganze Systeme lahmlegen können, gibt mir sehr zu denken. Auch kann schädliches Gedankengut beliebig verbreitet werden, was auch immer mehr Probleme macht. Der Datenschutz ist in diesem Umfeld nicht wirklich gewährleistet und ich denke es ist unmöglich das alles unter Kontrolle  zu bringen. Darum gehe ich möglichst vorsichtig  und bewusst mit diesem an sich genialen Medium um.“

Welche Internetseiten würden Sie empfehlen?

„Seriöse Angebote, die aus abgesicherter Umgebung stammen, das heisst von Institutionen oder sonstigen Quellen stammen, die bekannt und anerkannt sind, wie eben zum Beispiel LOCNA, DNB etc.“

Veröffentlicht unter Interview | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen

Alternde Gesellschaft

Silver Surfer sind ein Phänomen der so genannten „Alternden Gesellschaft“. Eine ausserordentlich interessante Publikation des Bundesamtes für Statistik „Szenarien zur Bevölkerungsentwicklung der Schweiz 2010-2060“ zeigt die mögliche Bevölkerungsentwicklung der Schweiz an Hand verschiedener Aspekte auf. Folgende Hauptszenarien werden unterschieden:

  • „mittleres“ Szenario: Die Bevölkerung entwickelt sich weiter wie bisher, die Einflussfaktoren bleiben wie bisher bestehen.mittleres Szenario
  • „hohes“ Szenario: Berücksichtig Faktoren und Hypothesen, die in Kombination zu einem erhöhten Bevölkerungswachstum führen.hohes Szenario
  • „tiefes“ Szenario: Berücksichtigt Faktoren und Hypothesen, die in Kombination das Bevölkerungswachstum nicht fördern, sondern gar bremsen.tiefes Szenario

Was alle drei Szenarien gemeinsam haben: Die Bevölkerung wird sich so oder so von der ursprünglichen Form der Pyramide weg bewegen. Der grösste Bevölkerungsanteil besteht in allen Fällen aus den Altersgruppen der 40- bis 60-Jährigen, einzig die tatsächlichen Zahlen unterscheiden sich hier. So wird also die „Alternde Gesellschaft“ gut sichtbar.

Dazu gibt es noch zwei Alternativszenarien, die gerade im Themenkreis Silver Surfer interessant sein dürften:

  • Szenario „Verstärkte Alterung“: Beruht auf Hypothesen, die dazu führen, dass der Altersquotient stark ansteigt. Der Altersquotient stellt das Verhältnis zwischen Personen ab 65 Jahren und den Personen im erwerbsfähigen Alter dar, also der 20- bis 64-Jährigen.
  • Szenario „Abgeschwächte Alterung“: Beruht auf Hypothesen, die nur zu einem geringen Anstieg des Altersquotienten führen.altersquotient

Was sagt uns diese Grafik? Je nach Szenario wird das Verhältnis zwischen der Generation 65+ und den Erwerbstätigen im Alter zwischen 20 und 64 Jahren entweder gleich bleiben (nach Berechnungen des mittleren Szenarios), grösser werden („verstärkte Alterung“) oder sogar kleiner werden („abgeschwächte Alterung“).

Welche Auswirkungen all diese Berechnungen auf unsere Gesellschaft hat, ist wieder eine neue Frage. Ob man zum Beispiel den Altersquotienten auch in Zukunft gleich berechnen wird, hängt davon ab, ob man „Erwebstätigkeit“ auch dann noch mit der Altersgruppe von 20- bis 64-Jährigen definieren wird.

Veröffentlicht unter Gesellschaft, Politik | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen

Förderung und Integration auf politischer Ebene

Laut der schweizerischen Bundesverfassung sind alle Menschen gleich zu behandeln. Somit sollte für jede Bürgerin und jeden Bürger der Zugang zur digitalen Welt offen stehen. Für alle sollten die gleichen Möglichkeiten hinsichtlich Bildung und Weiterbildung gegeben sein. In der schweizerischen Bundesverfassung Art. 8 Abs. 2 steht geschrieben: „Niemand darf diskriminiert werden, namentlich nicht wegen der Herkunft, der Rasse, des Geschlechts, des Alters, der Sprache, der sozialen Stellung, der Lebens- form, der religiösen, weltanschaulichen oder politischen Überzeugung oder wegen einer körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung“. Aber wird dieser Artikel auch wirklich umgesetzt?

Das Schweizerische Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) hat den Auftrag die Informationsgesellschaft zu fördern und Strategien dazu auszuarbeiten. Übergeordnet steht die Strategie des Bundesrates „Für eine Informationsgesellschaft in der Schweiz„. Ein Ziel der Strategie ist es, dass alle Bürgerinnen und Bürger der Schweiz mit den Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) vertraut sind und sie entsprechend nutzen können. Speziell für die Bedürfnisse von älteren Personen wurde 2001 im Rahmen des Programmes CH21 die Arbeitsgruppe „Internet für SeniorInnen“ gebildet. Diese soll Massnahmen erarbeiten um die Nutzung des Internets zu fördern. Auch Pro Senectute Schweiz unterstützt das Vorhaben ältere Menschen in die Informationsgesellschaft und somit ins Internet-Zeitalter zu integrieren. Dazu veranstaltet Pro Senectute Schweiz Computerkurse und andere Veranstaltungen zur Umgangsförderung  mit neuen Medien. Zudem wurde das Portal seniorenweb.ch gegründet. Ausserdem ist die Stiftung aktives Mitglied des Netzwerks „eInclusion/Digitale Integration Schweiz„. In diesem Netzwerk sind  neben Institutionen der öffentlichen Hand auch Wirtschaftsvertreterinnen und -vertreter aktiv.  Ziel ist es „Projekte und Initiativen zur Integration aller Bevölkerungsgruppen in die Informationsgesellschaft zu lancieren“. Fraglich ist, wie stark dabei der wirtschaftliche Faktor mit einfliesst.

Ab Herbst 2013 plant die Pro Senectute Schweiz weitere Projekte, vor allem auch im E-Learning Bereich. Dazu wurde der geplante Kurs in Chur von mehreren Personen getestet und danach überarbeitet. Der eher dezentrale Standort wurde unter Umständen gewählt, weil der schweizerische Standort für Informationswissenschaft in Chur an der HTW zu finden ist. Das BAKOM unterstützt die Kurse von Pro Senectute Schweiz. Somit zeigt sich, dass der Bund sehr bemüht ist Silver Surfer und solche die es werden möchten zu unterstützen.

Veröffentlicht unter Politik | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen